Nach der Tagestour zur schönen Laguna 69 haben wir noch einen Tag, um uns für unsere Mehrtagestour vorzubereiten. Es gibt viele geführte Tourangebote, inclusive Verpflegung, Guide und Esel als Träger. Doch der Weg ist gut zu finden und man kann die Tour auch gut auf eigene Faust machen. Das hört sich doch noch viel besser an…
Etwas Respekt vor dem Tragen des ganzen Equipments und Essen in dieser Höhe haben wir schon, doch noch mehr Respekt haben wir vor den kalten Nächten im Zelt. Doch diese hat man auch bei einer geführten Tour.
Wir packen alles zusammen. Fehlen tut uns nur noch ein kleines Zelt und 2 Isomatten. Diese leihen wir uns im Ort.
Das Essen wird portioniert.
Und dann geht es am nächsten Morgen um 5 Uhr mit dem Colectivo los.
Nach 1,5 Stunden Fahrt und nur 1,50 Euro weniger müssen wir das Colectivo wechseln.
Unterwegs wird kurz gehalten und während wir alle im Van sitzen wird einfach mal schnell am Sitz vornedran geschweißt. 🙂
Wir wollen die Tour in Vaqueria beginnen. Dafür fahren wir auf einer abenteuerlichen Pass-Straße auf die andere Seite der Berge. Und genießen hier schon spektakuläre Aussichten.
Etwas durchgeschüttelt von der holprigen Straße kommen wir am Ausgangspunkt an.
Und freuen uns auf die kommenden 4 Tage in den Anden.
Zu Beginn kommen wir durch kleine Dörfer.
Hier werden Bausteine aus Lehm und Stroh getrocknet, die für den Bau der Häuser verwendet werden.
Wasser findet man in den Bergen überall. Wir reinigen unser Trinkwasser per UV Licht.
Am Checkpoint wird unser Permit kontrolliert. Der Trek liegt übrigens ebenfalls im Huascaran Nationalpark – wie auch die Laguna 69.
Gestartet haben wir auf 3700 Meter. Auch hier spürt man natürlich schon die dünnere Luft. Aber es ist gut machbar.
Eine Snack-Pause zur Mittagszeit tut gut.
Herrlich, draußen in der Natur zu sein.
Wir kommen am ersten offiziellen Campsite vorbei, doch wir laufen noch ein kleines Stück und suchen uns ein gemütliches ruhiges Eck für uns.
Am kleinen, romantischen Bach ist das Plätzchen schnell gefunden und wenn man die Natur wieder sauber verlässt, wird das campen außerhalb der Camps auch geduldet. Leider haben wir auch an unserem Plätzchen etwas Müll und Papiertücher gefunden. Den haben wir dann auch noch mit eingesammelt.
Aufgebaut ist das Minizelt schnell.
Und wenn das Abenteuer am Abend und über Nacht weiter geht, dann bekommt man das volle Naturerlebnis. Einfach toll…
Frische Coca-Blätter für Tee haben wir auch dabei.
Es wurde kühl und am ersten Abend hatten wir Besuch von einigen nervigen Mücken. Doch das konnte die Freude nicht trüben.
Die Pasta schmeckt nach dem Laufen wie vom Sterne Koch. 🙂
Als die neugierigen Kühe nach dem Essen direkt an unser Zelt kamen, war uns doch ein bisschen mulmig. Doch die sind irgendwann wieder weitergezogen.
Wir haben sie überlebt, die erste Nacht auf 4000 Metern im Zelt. Sie war eisig kalt, doch es ging besser als erwartet. Toll, dass wir unsere eigenen Schlafsäcke noch wieder bekommen haben. Oft bekommt man gute Leih-Schlafsäcke in diesen Ländern nur schwer.
Während dem Abbauen mussten wir die Zeltstangen von Eis befreien und den Frost von der Zeltplane schütteln. Die Hände konnten wir uns dann am heißen Tee wieder wärmen und beim Laufen wird einem eh schnell wieder warm.
Wir kommen den schneebedeckten 6000ern immer näher. Beeindruckend!
Und immer wieder mal kommt uns eine Gruppe von Eseln und Pferden mit Gepäck entgegen. Sonst ist eigentlich nicht all zu viel los auf dem beliebten Santa Cruz Trek und wir genießen die Ruhe auf dem Weg.
Nun machen uns die letzten Meter mit der dünnen Luft zum Pass auf den höchsten Punkt der Strecke zu schaffen. Nur sehr langsam schleppen wir uns den Berg hinauf. Schon in Nepal haben wir diese Erfahrung gemacht. Doch mit schwerem Gepäck ist das nochmal eine andere Sache.
Wir sind sehr glücklich, oben am Pass anzukommen.
Und die Aussicht auf die Schnee-Giganten auf der andern Seite nimmt uns nochmals den Atem. Grandios!
Hier wird erstmal pausiert und genossen. Nicht schlecht – mit einer heissen Tasse Tee und leckeren Keksen. Außerdem sind wir mit allerbestem Wetter gesegnet.
Weiter geht es verdient bergab.
Vom nächsten Camp können wir weiterhin die Aussicht auf die tollen Berge und den Pass genießen. Voll schön!
Etwas windiger ist es hier.
Heute gibt es Polenta. Sehr praktisch – leicht zu tragen und schnell zu kochen.
Noch stimmungsvoller wird es bei Dämmerung.
Als immer mehr Sterne am Himmel aufgehen schafft es heute selbst die Kälte nicht, uns ins Zelt zu bringen.
Wir sind begeistert. So einen üppigen Sternenhimmel haben wir lange nicht gesehen.
Wir haben Glück. Die Sonne kommt auf diesem Platz schon früh über den Berg. Somit können wir mit Sonnenstrahlen aufstehen. Das macht einen riesigen Unterschied.
Gefrühstückt wird trotzdem wieder im warmen Schlafsack. 🙂
Wir hatten ursprünglich überlegt den Trek in 3 Tagen zu machen, um nicht so lange frieren zu müssen. Doch die Nächte sind auszuhalten und wir genießen das Ganze sehr. Wir haben Essen für 4 Tage dabei, super Wetter und somit beschließen wir eine Nacht mehr zu machen, es ruhig angehen zu lassen und noch einen schönen Side-Trek einzubauen.
Also geht es an Tag 3 nochmals ein paar Meter hoch in ein Seiten-Tal.
Nochmals kommen wir etwas außer Puste, doch es lohnt sich. Wir stehen am Ende des Tal vor einem wunderschönen Gletscher-See, die „Laguna Arhuaycocha“. Und das Timing passt auch. Wir haben den See für uns alleine.
Und von hier hat man auch einen tollen Blick auf diesen spitzen Berg. Der wurde anscheinend für „Paramount Pictures“ Filmstudio verwendet.
Für wachsame Augen hat die Vegetation viel zu bieten.
Jetzt haben wir nur noch dieses Tal vor uns und wir freuen uns, dass es nur noch bergab geht. Langsam machen sich die letzten Tage auf unseren Schultern und Füßen bemerkbar.
Die Schnee-Riesen verschwinden langsam in der Ferne.
Ein wunderschöner Moment: Als wir auf dem Weg stehen bleiben, kommt ein wilder Esel langsam auf uns zu gelaufen und stupst den Chris sanft an. Daraufhin lass ich das Tier an mir schnuppern und als es immer noch anhänglich bleibt, streichle ich es. Der süße Esel drückt sich richtig an mich ran und scheint es zu genießen – ich genieße es jedenfalls auch! 🙂
Die Vegetation verändert sich und wir nehmen plötzlich hübsche Kakteen wahr.
Unsere letzte Nacht auf dieser Tour.
Heute sind es nur noch 3,5 Stunden zu laufen.
Das Tal wird enger und es wird richtig warm nach unten hin.
Und dann haben wir es geschafft. Müde, glücklich und stolz. Erstmal eine kühle Coke genießen.
2 weitere Individual-Wanderer erreichen das Ziel und wir können uns einen Fahrer teilen.
Hier oben sieht man auf der rechten Seite das Tal aus dem wir kamen. Sieht so eng und unscheinbar aus.
Leicht abenteuerlich war die Fahrt auf der engen Schotterpiste am Berg. Vor allem bei dem geflickten Auto, bei dem weder Tacho noch Handbremse ging. Beim Parken wird einfach ein Stein unter den Reifen gelegt. Das sind eben auch die Dinge, die man beim Reisen erlebt.
Jetzt nur noch ins Colectivo umsteigen und zurück nach Huaraz fahren.
Die Dusche und das üppige Belohnungsessen sind eine Wonne! 🙂
Man schaut ein paar Bilder an, berichtet der Familie, isst was Gutes und spricht darüber was man gerade wieder Tolles erlebt hat. 🙂